Stottern und Individualpsychologie (aus einem Interview, Teil 4)

Jetzt haben wir zwei Teile Ihrer Stottertherapie besprochen. Einmal die Atemtechnik und zum zweiten die Verhaltenstherapie. Ist das alles oder gibt es noch andere Aspekte?

Bei uns spielt auch noch der individualpsychologische Aspekt eine Rolle. Die Individualpsychologie geht auf Alfred Adler zurück. Das will ich jetzt aber nur am Rande streifen. Dieser individualpsychologische Aspekt spielt aber überwiegend bei Kindern eine Rolle. Da arbeiten wir verstärkt mit den Eltern zusammen, um herauszufinden, ob das Kind mit seinem Symptom eventuell auch noch eine unbewusste Zielrichtung verfolgt.

Fragezeichen?

Ja, weil das nicht für jedes Kind zutrifft. Aber dieser individualpsychologische Ansatz hat sich, vor allem bei Kindern, in der Alltagspraxis der Stottertherapie bewährt.

Sie sprechen dann also mit den Eltern darüber, ob sie vielleicht etwas anders mit dem Kind umgehen können, damit die Kinder weniger stottern?

Ja, es kommt aber auch vor, dass Kinder, die ein Symptom abgelegt haben, beispielsweise das Stottern, dann ein anderes Symptom entwickeln, zum Beispiel Asthma. Dass es also zu einer Symptomverschiebung kommen kann. Das ist ein Zeichen dafür, dass das Kind immer noch entmutigt ist und versucht, sich mit dem Symptom unbewusst abzusichern.

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