Stottern als Kommunikationsstörung (aus einem Interview, Teil 5)

Herr Hahn, Sie haben in Ihrer Stottertherapie auch ein Kommunikationstraining integriert und dafür eine Schauspielerin und Moderatorin engagiert. Was ist der Grund dafür?

Beim Stottern handelt es sich im eigentlichen Sinne nicht um eine Sprach- sondern um eine Kommunikationsstörung, die nur in Beziehung mit anderen Personen auftritt. Führt der Stotterer laute Selbstgespräche oder spricht er zu Tieren, spricht er meistens symptomfrei.

Ist es dann also doch in erster Linie die Angst vor anderen Menschen, die zum Stottern führt?

Es ist in vielen Fällen Angst, muss es aber nicht unbedingt sein. Manchmal ist es auch nur eine hartnäckige und gewohnheitsmäßige Reaktionsweise, die auch dann fast reflexartig abläuft, wenn der Stotterer sich eigentlich wohlfühlt.

Und inwiefern hilft ein Kommunikationstraining dabei, diese gewohneitsmäßige Reaktionsweise zu verändern?

Kommunikation ist die bewusste Herstellung einer Gesprächssituation. Man stellt in diesem Falle eine wirkliche Beziehung zum Gesprächspartner her, fühlt sich nicht mehr auf der Flucht vor dem Sprechen, sondern als Gestalter der Situation.

Vielen Dank Herr Hahn für dieses interessante Gespräch. Ich wünsche Ihnen und Ihren Klienten in Zukunft alles Gute bei der Stottertherapie.

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