Methoden und Atem-Übungen in meiner Stottertherapie

Meine Stottertherapie orientiert  sich an den neueren Erkenntnissen der Hirnforschung (z. B. Prof. Dr. Christine Weber-Fox) und der Genetik (z. B. Prof. Dr. James F. Battey) aus den USA.

Psychotherapeutische Gesichtspunkte spielen nur eine Nebenrolle. Denn rein psychologisch orientierte Methoden führen in der Regel kaum zu Fortschritten. 

Einige Funktionen des Gehirns unterscheiden sich bei Stotterern und normal Sprechenden. Durch bestimmte Übungen lässt sich dieser Unterschied korrigieren.

Deshalb ist die Grundlage meiner Therapie das Erlernen einer Methodik, die sich in der Praxis sehr bewährt hat. Ich verzichte auf jede Art von Techniken mit künstlich klingender Sprechweise. Wir üben von Anfang an den natürlichen Sprechablauf ein.

Die Bestandteile dieser Methodik sind im Einzelnen:

1) Korrektur des falschen Atemdrucks gegen die Stimmbänder.

2) Korrektur der falschen Bewegung des Zwerchfells.

3) Aufbau eines fließenden ununterbrochenen Ausatmungsstroms, der sich durch Übung zunehmend automatisiert. Bei den Übungen bauen wir auch ein doppeltes Bio-Feedback (Rückkopplungen) zum Gehirn auf. Über das innere Auge und über das Gehör.

4) Allmähliche Erhöhung der Lungenkapazität durch weitere Übung im Alltag.

5) Angleichung der Aktivitäten in beiden Gehirnhemisphären, denn die linke Hemisphäre ist beim Stotterer zuwenig aktiv.

6) Aktivierung des präfrontalen Cortex im Gehirn.

7) Einschränkung der Aktivität der Amygdala innerhalb des Limbischen System im Gehirn.

8) Aktivierung der Nervenfasern in der Umgebung der beiden Sprachzentren (Broca-Areal und Wernicke-Zentrum).

9) Beim Sprechen sind Regionen im linken Temporallappen des Gehirns aktiv, beim Singen Regionen im rechten Lappen. Dadurch erklärt sich auch die Tatsache, dass Stotterer beim Singen keine Probleme haben. Durch eine spezielle Technik aktiviere ich auch beim Sprechen den rechten Temporallappen.

10) Einüben einer unbewussten Sprachproduktion, um die bei den meisten Stotterern übliche bildhafte Sprachproduktion zu unterbinden.

Das war eine Zusammenfassung der technischen Anteile meiner Methodik in einfachen und verständlichen Worten.

Die vielfältigen Sprechängste und Vermeidungsreaktionen, die parallel zum Stottern auftreten, werden aber ebenso pragmatisch behandelt.

Jugendliche und erwachsene Stotterer können diese Aufgaben im Alltag selbständig bewältigen.

Bei Kindern sind wir sehr an einer Kooperation mit Vater und/oder Mutter interessiert. Eltern oder Elternteile, die ihr Kind zur Therapie begleiten, werden von meiner Kollegin in Beratungsgesprächen im Umgang mit dem Problem geschult.

Der Kursteilnehmer lernt, eine Technik und Übungen zu beherrschen, die im Alltag weiter trainiert werden müssen. Nach dem Intensivkurs verstehen jugendliche und erwachsene Stotterer auch die psychologischen Zusammenhänge, die parallel zum technischen Sprachproblem auftreten.

Es ist für uns sehr wichtig, Rückfällen vorzubeugen. Darum bieten wir jedem jugendlichen und erwachsenen Teilnehmer an unserer Therapie auch kostenlose Auffrischungskurse am Wochenende an. Die kann jeder Teilnehmer so oft besuchen wie er will.

Es gibt Therapeuten, die erwachsenen Stotterern einreden, sie sollten sich mit ihrem Problem arrangieren. Zu diesen Therapeuten gehören wir nicht.

Eine solche Einstellung ist unnötig. Es besteht kein Anlass zur Resignation.
Stottern lässt sich auf Dauer vermeiden.

Termine, Tel. 07121 / 433 55 65, Kontakt

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