Frage: Mit welchen psychologischen Methoden bekämpfen Sie den Sprachfehler?

Antwort: Da das Stottern keine psychische Störung, sondern eine Funktionsstörung ist, beschränke ich mich auf einige wenige verhaltenstherapeutische und individualpsychologische Techniken. Hauptthema der Therapie ist das Einüben einer gehirngerechten Methodik, die sich immer mehr automatisiert.

Frage: Wird in den Auffrischungskursen das Stottern auf die gleiche Weise behandelt wie im Intensivkurs?

Antwort: Ja, zum großen Teil. Eine Auffrischung ist nötig, wenn der Teilnehmer nicht dazu kam, zu Hause zu üben. Zusätzlich werden auf Wunsch noch einige psychologische Aspekte des Stotterns besprochen.

 

Frage: Spielt es eine Rolle, ob das Stottern klonisch oder tonisch ist?

Antwort: Nein, für den Erfolg der Stottertherapie ist die Art der Symptomatik nicht von Bedeutung.

 

Frage: Spielt es eine Rolle, ob mein Stottern stark oder schwach ausgeprägt ist?

Antwort: Nein. Wenn es vorher stark war, ist natürlich der Unterschied nach der Therapie deutlicher zu merken. Der Aufwand, das Stottern in den Griff zu bekommen, ist bei starkem oder leichtem Stottern ähnlich hoch.

 

Frage: Lässt sich das Stottern auch bei Erwachsenen noch heilen?

Antwort: Ja, es ist bei älteren Teilnehmern sogar einfacher zu behandeln als bei jüngeren. Jedenfalls mit meiner Therapie. Allerdings ist die Automatisierung der neuen Sprechweise vor der Pubertät einfacher als im Erwachsenenalter.

 

Frage: Wie hoch ist der tägliche Übungsaufwand, um das Stottern auch nach dem Intensivkurs zu vermeiden?

Antwort: Wenn das neue Sprechen erst einmal eingeübt ist, halten Sie es mit zweimal zehn Minuten täglichem Aufwand unter Kontrolle. Später brauchen Sie nur noch einmal zehn Minuten, dreimal in der Woche. Am Anfang ist der Aufwand höher, da Sie bei jedem Sprechen bewusst die neue Methodik anwenden, bis diese sich immer mehr automatisiert.

 

Frage: Ist Stottern wirklich heilbar?

Antwort: Bis zur Pubertät ist es auf jeden Fall heilbar. Dafür gibt es zahllose Beispiele. Es gibt aber auch genügend Beispiele von Jugendlichen und Erwachsenen, die ihr Problem in den Griff bekommen haben. Ein erwachsener Stotterer, der sich hundertprozentig von seiner Sprachstörung befreien will, sollte sehr motiviert sein.

 

Frage: Wie lange braucht man, bis man das Stottern im Griff hat?

Antwort: Das ist unterschiedlich. Viele Teilnehmer haben es schon nach dem Intensivkurs unter Kontrolle. Sie wenden die neuen Methoden an und fallen auch nicht mehr zurück. Für alle Stotterer gilt allerdings auch, dass man anfangs auf der Hut sein sollte. Zuhause muss geübt werden. Das macht man am besten mit Freude und setzt sich nicht unter Druck.

 

Frage: Gibt es ein Stottern, das sich nicht vermeiden lässt?

Antwort: Nein, jede unterschiedliche Art lässt sich vermeiden. Eine ausreichende Motivation sollte natürlich vorhanden sein.