Einige Funktionen des Gehirns unterscheiden sich bei Stotterern und normal Sprechenden. Das lässt sich durch eine funktionelle Magnetresonanz-Tomographie feststellen. Durch bestimmte Übungen lässt sich dieser Unterschied korrigieren.

Deshalb orientieren sich meine Methoden an den normalen Gehirnfunktionen. Ich verzichte auf jede Art von Techniken mit künstlich klingender Sprechweise. Wir üben von Anfang an den natürlichen Sprechablauf ein.

Die Bestandteile dieser Methodik sind im Einzelnen:

  1. Korrektur des falschen Atemdrucks gegen die Stimmbänder.
  2. Korrektur der falschen Bewegung des Zwerchfells.
  3. Aufbau eines fließenden ununterbrochenen Ausatmungsstroms, der sich durch Übung zunehmend automatisiert.
  4. Bei den Übungen bauen wir auch ein doppeltes Bio-Feedback (Rückkopplungen) zum Gehirn auf. Über das innere Auge und über das Gehör. Dieses Bio-Feedback ist viel natürlicher als das Feedback, das durch eine Computer-Software hergestellt werden soll. Das verführt dann nämlich eher zu einer künstlichen Sprechweise.
  5. Allmähliche Erhöhung der Lungenkapazität durch weitere Übung im Alltag.
  6. Angleichung der Aktivitäten in beiden Gehirnhemisphären, denn die linke Hemisphäre ist beim Stotterer zuwenig aktiv.
  7. Aktivierung des präfrontalen Cortex im Gehirn, was die Konzentrationsfähigkeit erhöht.
  8. Einschränkung der Aktivität der Amygdala innerhalb des Limbischen System im Gehirn. Das führt zu einer größeren inneren Ruhe und Gelassenheit.
  9. Aktivierung der Nervenfasern in der Umgebung der beiden Sprachzentren (Broca-Areal und Wernicke-Zentrum). Diese Fasern sind beim Stotterer von Natur aus weniger stark ausgeprägt.
  10. Beim Sprechen sind Regionen im linken Temporallappen des Gehirns aktiv, beim Singen Regionen im rechten Lappen. Dadurch erklärt sich auch die Tatsache, dass Stotterer beim Singen keine Probleme haben. Durch eine spezielle Technik aktiviere ich auch beim Sprechen den rechten Temporallappen. Dadurch bekommt der Stotterer beim Sprechen die gleiche Sicherheit, die er auch beim Singen hat.
  11. Einüben einer unbewussten Sprachproduktion, um die bei den meisten Stotterern übliche bildhafte Sprachproduktion zu unterbinden. Denn alle normal Sprechenden produzieren ihre Sprache auf diese Weise unbewusst.

Die vielfältigen Sprechängste und Vermeidungsreaktionen, die parallel zum Stottern auftreten, werden ebenso pragmatisch behandelt.

Es ist für mich sehr wichtig, Rückfällen vorzubeugen. Darum biete ich jedem jugendlichen und erwachsenen Teilnehmer auch kostenlose Auffrischungskurse am Wochenende an. Die kann jeder Teilnehmer so oft besuchen wie er will.

Es gibt Therapeuten, die erwachsenen Stotterern sagen, sie sollten sich mit ihrem Problem abfinden. Eine solche Einstellung ist unnötig. Es besteht kein Anlass zur Resignation. Stottern lässt sich auf Dauer vermeiden.

Inhaltsverzeichnis   > Home