Das Selbstbewusstsein vieler Jugendlicher hängt auch ohne Handicap oft an einem seidenen Faden. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe Gleichaltriger und deren Anerkennung wird als wichtiger empfunden als die Erwartungen von Eltern oder Lehrern.

Das Gefühl der Zugehörigkeit ist meistens die Basis des Selbstwertgefühls von Jugendlichen. Da diese Zugehörigkeit nun mal in erster Linie durch Sprache und Kommunikation hergestellt wird, werden Stottern oder andere Sprachstörungen in diesem Alter als besonders schmerzhaft empfunden.

Das Risiko, sich als Außenseiter zu sehen oder von der eigenen Gruppe ausgegrenzt zu werden, steigt. Selbst wenn diese Gruppe verständnisvoll reagiert, bleibt der jugendliche Stotterer misstrauisch. Er dramatisiert möglicherweise sein eigenes Handicap und schließt sich dadurch selbst aus der Gruppe aus, ohne es zu merken.

Eine Stärkung des Selbstwertgefühls ist in der Stottertherapie mit Jugendlichen unerlässlich. Sich hier nur auf das Einüben von Atem- und Sprechtechniken zu beschränken, wird dem Problem nicht gerecht. Darum behandle ich das Stottern insbesondere bei Jugendlichen immer ganzheitlich.