Der Begriff Training beschreibt meine Methodik besser als der Begriff Therapie.

Das Wort Therapie ist zwar üblicher, klingt aber nach Krankheit und Passivität. Doch die Betroffenen sind nicht krank.

Sie werden das Stottern am besten mit einer sportlichen Haltung überwinden. Sie werden selbst aktiv.

Darum ist auch der Begriff Trainer in diesem Zusammenhang zutreffender als der Begriff Therapeut.

Im Spitzensport wird auch mit mentalem Training gearbeitet. Es dient als Ergänzung, nicht als ausschließliche Methode. Oder glauben Sie, Sie könnten nur mit mentalem Training von einer 90m-Schanze herunterspringen? Lieber nicht.

Bei den Stottertherapien ist es ähnlich. Wer sich ausschließlich auf psychologische Verfahren stützt, wird nicht viele Fortschritte erzielen.

Aber auch beim körperlichen Training kann man Fehler machen. Man kann zum Beispiel die falschen Muskelgruppen oder falsche Funktionen trainieren.

Wer Kugelstoßen trainiert, um ein guter Speerwerfer zu werden, hat etwas falsch gemacht. Er hat sich außerdem unnötig angestrengt und ist frustriert.

Nicht nur Muskelgruppen lassen sich trainieren, auch das Gehirn. Durch das richtige Training werden Fehlfunktionen in der Hirnaktivität ausgeglichen.

Kein Stotterer stottert beim Singen. Darum habe ich mich auch über die Methoden von Gesangslehrern informiert. Es wurde auch untersucht, was die Hirnforschung über die Beziehungen zwischen Singen und Sprechen sagt. Das reicht aber nicht, denn Sie wollen ja nicht singen, sondern sprechen.

Es geht auch nicht um das reine Sprechen. Nicht nur um Inhalte und das monotone Anwenden von Techniken. Es geht auch um die Kommunikation, die mit dem Sprechen verbunden ist.

Es kann sein, dass Sie allein und mit geschlossenen Augen eine Sprechtechnik optimal anwenden können. Aber was haben Sie davon? Sie wollen schließlich in Situationen sprechen, vor denen Sie bisher Angst hatten. Dabei wollen Sie sich wohl fühlen.

Weil es beim Sprechen auch um die Übermittlung von Gefühlen geht, war es sinnvoll, sich über die Methoden von Schauspielern zu informieren.

Letztendlich geht es nicht um die Theorie logopädischer oder psychologischen Methoden, es geht um die Wirksamkeit. Das ist das Entscheidende.